| Nr. 1, September 2006 |
Berlins geheime Denkmäler
Verwunschene Orte, verwunschene Denkmäler
Von Bernd Oertwig
„Donnerwetter, da steht ja einer!“, ist der Berlin-Besucher verblüfft. Tatsächlich – da steht einer und ist nur zu finden, wenn man nach ihm sucht. Das Denkmal für E.T.A. Hoffmann an der Rückseite des Konzerthauses am Gendarmenmarkt wird fast völlig von Büschen verdeckt, direkt gegenüber dem Eckhaus Charlottenstraße / Taubenstraße, in dem der Dichter seine letzten sieben Lebensjahre verbrachte.
Ähnlich versteckt und verwunschen: Das Denkmal für Otto Fürst von Bismarck auf dem Bismarckplatz in Grunewald, ebenfalls dicht umgeben von Bäumen und Büschen. Es gehört zu den wenigen Bismarck-Denkmäler, die ihn mit Hund zeigen. Das ursprüngliche Denkmal war 1897 aufgestellt worden, 1943 verschwand Otto spurlos. Seit 1996 steht die Kopie am alten Platz.
Ganz und gar nicht versteckt: Die Büste Adelbert von Chamissos mitten auf dem Monbijouplatz. Warum ausgerechnet hier? Eine Reminiszenz an Chamissos Jugendtage. Er war als 15-jähriger Page bei Luise Friederike von Preußen im Schloss Monbijou, dessen Eingang sich an diesem Platz befand.
Am Rande des Tiergartens, in der Thomas-Dehler-Straße, blickt ein anderer Dichter aus 5,20 Meter Höhe auf die Wohnhäuser gegenüber: Theodor Fontane, im Gehrock mit Hut und Spazierstock, als „Wanderer in der Mark “. In der Nähe hat er gewohnt: Potsdamer Straße 134 c.
Wer ein Denkmal des Universal-Genies Johann Amos Comenius (1592-1670) sehen will, muß nach Neukölln. Hier steht eines im Comenius-Garten. Aber nicht nur. Ein zweites, ebenfalls in der Richardstraße, prangt auf einem Felsstein. Das Bildnis verschmilzt fast mit dem Stein.
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