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 | Nr. 2, Oktober 2006 |

Freundeskreise unterstützen die Stiftung Denkmalschutz Berlin

Ohne bürgerliches Engagement geht nichts


Von BIRGIT JOCHENS


Das Charlottenburger Tor wird in den nächsten Wochen teilweise von der Restaurationshülle befreit. Photo: Stiftung Denkmalschutz Berlin Seit fünf Jahren trägt die Stiftung Denkmalschutz Berlin mit der Restaurierung des Brandenburger und des Charlottenburger Tores, des Strandbad Wannsees, der Kaskade am Lietzensee und der Köpenicker Waldkapelle Hessenwinkel zur Rettung historischer Bausubstanz in Berlin bei. Oft ist nur ein Problem gelöst, wenn durch die Stiftung marode Baudenkmäler saniert werden, für deren Restaurierung der öffentlichen Hand die Mittel fehlen. Was folgt, sind neue Schwierigkeiten.

Viele der mit großem Aufwand restaurierten Objekte bedürfen des privaten Engagements auch bei der anschließenden Nutzung und Pflege. Hier kommt den der Stiftung verbundenen Freundeskreise eine besondere Bedeutung zu. Denn sie sind es, mit deren Hilfe dauerhaft das Interesse an den Denkmälern wach gehalten und deren Schutz gesichert werden soll.

Mit der Stiftung kooperiert der vor zwei Jahren gegründete Verein Bürger für den Lietzensee, der sich die Pflege und Instandhaltung des Lietzenseeparks zur Aufgabe macht. Die Mitglieder sorgen für die Säuberung der Parkanlagen, organisieren Führungen und Lesungen und überprüfen die Qualität des Seewassers. Der seit Mitte der neunziger Jahre bestehende Freundeskreis Waldkapelle Hessenwinkel erstellt ein umfangreiches Jahresprogramm mit Kunstausstellungen und Lesungen in der Kapelle. Er übernimmt kleinere Instandsetzungs und Verschönerungsarbeiten und bemüht sich um die Vermittlung der bau- und kulturgeschichtlichen Bedeutung des Bauwerks.

Der Freundeskreis Charlottenburger Tor konzentriert sich auf die Entwicklung von Konzepten für die Verbesserung der  Verweilqualität im Umfeld des Tores. In direkter Zusammenarbeit mit der Stiftung und den Behörden werden Planungen zur Verbesserung der Verkehrssituation (Verlegung von Fahrradwegen), Baumaßnahmen, die dem Aufenthalt auf der Bastion zugute kommen, und gartenpflegerische Maßnahmen geplant und deren Realisierung befördert. Auch innerhalb des Vereins Bürger für Rahnsdorf zeichnet sich die Entstehung eines Freundeskreises ab. Der Verein befasst sich mit der Neuordnung des nordöstlichen Uferbereichs am Müggelsee, tritt für die Rettung maroder historischer Baulichkeiten ein und erstellt Nutzungskonzepte.

Schließlich engagiert sich für das 1765 in Wilmersdorf errichtete Bürgerhaus, das Schoeler-Schlösschen, eine rund achtzig Mitglieder umfassende Gruppe. Sie wird sich zum Freundeskreis Schoeler-Schlösschen zusammenschließen, sobald über das dort zu realisierende Restaurierungskonzept entschieden ist. Sie wird die Stiftung bei der Nutzung des Bauwerks für kulturelle Zwecke unterstützen.

Die Stiftung Denkmalschutz Berlin hält das bürgerliche Engagement, das in diesen Freundeskreisen zutage tritt, für einen unverzichtbaren Bestandteil der Denkmalpflege. Sie unterstützt deshalb die ihr verbundenen Freundeskreise durch die Vermittlung von Fachwissen, bei der Öffentlichkeitsarbeit und würdigt die geleistete Arbeit durch die Organisation von Sonderveranstaltungen und Festen.

Die Stiftung bemüht sich insbesondere, zur Vernetzung der Freundeskreise untereinander und mit ähnlichen Gruppierungen sowie mit den Berliner Kultur- und Geschichtsvereinen beizutragen. Ihr geht es vor allem um den Ideen- und Erfahrungsaustausch über denkmalpflegerisches ehrenamtliches Engagement. Schließlich sollen auch in Berlin die Volunteers möglichst lange den Baudenkmälern erhalten bleiben. Hinweise und Anregungen sind erbeten.


Birgit Jochens ist Vorstandsmitglied der Stiftung Denkmalschutz Berlin birgit.jochens@stiftung-denkmal schutz-berlin.de

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