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| Nr. 7, März 2007 |

Heraus zum 18. März - Revolution 1848

Wie der Platz vor dem Brandenburger Tor zu seinem revolutionären Namen kam


von GERHILD H. M. KOMANDER


Revolution in Berlin? Die – vorerst – letzte Revolution erlebte Berlin 1989. Davor fand 1918 eine Revolution statt, die erste gab es 1848. Alle drei Revolutionen waren Deutschland weite Ereignisse, mit ganz unterschiedlichem Erfolg. Der Platz vor dem Brandenburger Tor erhielt seinen Namen nach jenem Tag, an dem der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die Waffen strecken musste vor seinem Volk.


Versammlung In den Zelten 

„Am 26. Februar trafen in der Stadt die ersten Nachrichten von dem revolutionären Geschehen in Paris ein. Mit leidenschaftlicher Anteilnahme verfolgten die Berliner in den nächsten Tagen die sich überstürzenden Ereignisse. Vor allem „In den Zelten“ im Tiergarten, draußen vor der Stadt, wohin der Arm der Polizei nicht reichte, fanden zahlreiche Versammlungen statt. Tausende strömten hier spontan zusammen, und nach Kundgebungen am 6., 7. und 9. März sandte man eine Adresse mit den freiheitlichen Forderungen der Zeit ab, die jedoch den König nie erreichte.“

Mit diesen Worten beschreibt Konrad Kettig den Beginn der Volksbewegung 1848 in der „Heimatchronik Berlin“. Am 13. März schloss der Polizeipräsident die in die Stadt zurückströmenden Menschen mit der Kavallerie ein. Es gab Verletzte. Erste Barrikaden entstanden in den kommenden Tagen. Am Mittag des 18. März sollte dem König erneut eine Adresse mit Forderungen nach Demokratie und bürgerlichen Freiheiten übergeben werden.


Volksbegehren vor dem Berliner Schloss 

Etwa 10 000 Berlinerinnen und Berliner versammelten sich vor dem königlichen Schloss. Der König ließ die gewaltsame Räumung des Schlossplatzes geschehen. Zwei Schüsse, so heißt es, die aus den Gewehren von Soldaten fielen, vielleicht nur aus Versehen, verletzten niemanden, ließen dennoch die Situation eskalieren.

Barrikaden wurden errichtet. Des Königs Truppen kämpften gegen die Bürgerschaft der preußischen Hauptstadt. 230 bis 240 Menschen verloren in diesen wenigen Tagen der Revolution ihr Leben. Ihre Leichname trugen die Revolutionäre in den Schlosshof. Friedrich Wilhelm IV. musste sich vor ihnen verneigen, bevor die Toten am 22. März im Volkspark Friedrichshain auf dem für sie hergerichteten Friedhof der Märzgefallenen bestattet wurden. Daran nahm der König nicht teil.


Aktion 18. März 

Seit 1978 setzten sich westdeutsche Bürgerinnen und Bürger dafür ein, den 18. März als deutsch-deutschen Nationalfeiertag zu begehen. 1998, im großen Jubiläumsjahr der Märzrevolution gab es erneut einen Vorstoß, dieses geschichtliche Ereignis, das für die Berliner Bevölkerung, für das deutsche Volk und die Völker Europas von großer Bedeutung war, in der öffentlichen Erinnerung zu ehren. Die Idee war nun, den Platz vor dem Brandenburger Tor, der seit dem Mauerfall weltberühmt war, in Platz des 18. März umzubenennen.

Erst als Wolfgang Thierse vorschlug, mit dem 18. März nicht nur an 1848, sondern auch an den 18. März 1990 zu erinnern, an dem die ersten Wahlen zur Volkskammer der DDR nach der Wende stattfanden, akzeptierte der Berliner Senat die Umbenennung. So gilt der Name Platz des 18. März zwei bedeutenden deutschen Ereignissen.

Die Aktion 18. März lädt jedes Jahr zu einer Feierstunde ein:

Programm zum 18. März 2007
Feierstunde auf dem „Platz des 18. März“ um 15 Uhr vor dem Brandenburger Tor
Gesang/Musik Andreas Bunkenburg
mit dem Chor des Erich-Fried-Gymnasiums
Begrüßung Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister
Grußwort Dr. Erardo C. Rautenberg, Generalstaatsanwalt
Grußwort Ministerialdirigent Gerhard Segmiller
Kranzniederlegung um 17 Uhr auf dem Friedhof der Märzgefallenen
Begrüßung Dr. Frank Schulz, Bezirksbürgermeister
Ansprache Walter Momper, Parlamentspräsident
Grußwort Jörn Gündel, Robert-Blum-Gymnasium
Grußwort Stefan Zackenfels, Mitglied des Abgeordnetenhauses


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- © gerhild komander 3/07 -