www.berliner-lindenblatt.de - Die Zeitung für Berliner Geschichte: Berlin-Bücher, Berlin-Chronik, Berlin-Themen, Berlin-Veranstaltungen
Startseite arrow Geschichte arrow Berliner Bären
Aktuelle Themen
Freitag, 3. September 2010
Startseite
Stadtführungen Berlin
Suche
Berliner Geschichte
Architektur
Berliner Straßen
Bildung
Biographien
Geschichte
Künste
Literatur
Sozialwesen
Spaziergänge
Stadtteile
Technik & Verkehr
Wirtschaft
Berlin im Überblick
Adressen / Links
Chronik Berlin
Retrospektive
Berliner Bürgermeister
Lindenblätter
Pin-up-Galerie
Kaffeehaus Berlin
Fundstücke
Berlin im Museum
Berlin erzählt
Berlin-Bücher
Bücherblatt 2008
Bücherblatt 2007
Bücherblatt 2006
Von gestern
Unverzichtbar
Register AutorInnen
Register Themen
Service
Übersicht
Themenübersicht
Presse
Impressum




| Nr. 8, April 2007 | 

In Berlin gibt es Eisbären, Pandabären, Braunbären, Steinbären, Eisenbären, Brückenbären, goldene Bären, einen Markgrafen, den man den Bären nannte, und das Wappentier der Stadt

Berliner Bären


von GERHILD H. M. KOMANDER


Die Moabiter BrückeBärig ist Berlin zur Zeit. Eisbär Knut verzaubert die Berlinerinnen und Berliner. Pandabärin Yan Yan stirbt an einer Darmverstopfung. Die Braunbären Tilo, Schnute und Maxi feiern im Bärenzwinger einen fröhlichen Geburtstag nach dem anderen.

Den Bären an der Moabiter Brücke rührt das alles nicht. Er ist einer von vielen, die das Berliner Stadtbild als Skulpturen schmücken. Die heiter-gelassene Figur von Günter Anlauf ersetzt vierfach diejenigen, die die Endpfeiler der ältesten Brücke Moabits zur Erbauungszeit (1864-69) bewachten.

Eisbär Knut erinnert stark an das Bärenkind der Bildhauerin Renée Sintenis. Das künstlerische Bärenkind begrüßt Heimkehrende und Ankommende am Kontrollpunkt Dreilinden, einst Grenzübergang, und zeichnet als Goldener Bär den besten Film der Berliner Filmfestspiele aus. Das Original schuf Renée Sintenis 1932 in Bronze. Die Tierskulpturen der Berliner Künstlerin verbreiten sich mit der alljährlichen Preisverleihung über den gesamten Erdball. Mit Globalisierung hat das wenig zu tun.

Ein Berliner Bär, Moabiter BrückeDer Moabiter Bär entspricht eher dem Braunbären, der in Europa, auch in Brandenburg und im Berliner Raum zuhause war. Die Annahme, der Name Berlin stamme vom Wappentier der Stadt, dem Bären, ist vermutlich die falsche, unsinnig ist sie nicht.

Das neuhochdeutsche Wort Bär entwickelte sich aus dem althochdeutschen bero, das „der Braune“ bedeutet. Die Schreibweise mit „e“ hat sich im englischen Wort bear erhalten. In nordeuropäischen Kulturkreisen blieb der frühgeschichtliche Bärenkult, die Sage vom Bären als König der Tiere, bis in geschichtliche Zeiten gegenwärtig. Abgelöst wurde der Bärenkönig vom fränkischen Löwen. Vornamen wie Bernhard / Bernd, Städtenamen wie Bern (das auch einen Bärenzwinger besitzt) und Bernburg belegen die hohe Wertschätzung des Tieres.

Berliner Stadtsiegel 1280Vielleicht kam der Berliner Bär über die askanischen Markgrafen in das Wappen der Stadt? Leider lässt es sich nicht urkundlich belegen, ob Albrecht der Bär – um 1100 – in der Bärenburg, am Platz der Stadt Bernburg, zur Welt kam. Das wäre eine einleuchtende Verbindung.

Im Jahre 1280 taucht der Bär zum ersten Mal im Berliner Stadtsiegel auf. Gleich zweifach stützt er aufrecht schreitend das Schild mit dem brandenburgischen Adler. Abdrücke von Bärentatzen mustern die Zwischenräume im Siegelfeld.


Berliner Stadtsiegel 1280, AusschnittEinen laufenden Bären zeigt zuerst das Sekretsiegel der Stadt aus dem Jahre 1338, dann der Silberpfennig von 1369, den die Berliner Bürger seit diesem Jahr selbst prägen durften.

Erst seit dem frühen 18. Jahrhundert schreitet ein einzelner Bär im Berliner Wappen. Preußischer und brandenburgischer Adler verschwanden, der Bär blieb.


 

Leseempfehlung:

Werner Vogel: Berlin und seine Wappen, Berlin u. Frankfurt / Main 1987

Berliner Bärenfreunde e.V.

Zurück zum Seitenanfang

Zurück zum Überblick Berliner Geschichte

- © gerhild komander 4/07 -