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| Nr. 12, August 2007 |

34 Jahre Palast der Republik

Bilder zum Abriss eines Monumentes


Von GERHILD H. M. KOMANDER

 

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März 2000

Das „Eigentum des Volkes“ steht äußerlich scheinbar unversehrt. - 1972 beginnen die Planungen, August 1973 die Bauarbeiten. Dass Joachim Näther, Chefarchitekt von Ost-Berlin, einen eigenen Entwurf vorlegt, kostet ihn seine Position.

       
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Oktober 2003

Am 2. November 1973 erfolgt die Grundsteinlegung, am 23. April 1976 die Eröffnung. Am 19. September 1990 lässt die Volkskammer der DDR den Palast der Republik wegen hoher Asbestbelastung schließen. 

       
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März 2005

Die Installation Zweifel von Lars O Ramberg, Künstler aus Norwegen, prangt auf dem Palast der Republik. Woran zweifelt er? Am Eigentum des Volkes? Oder an der Rechtmäßigkeit des beschlossenen Abrisses?

       
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März 2005

Der Palast der Republik war ein Wahr-zeichen sozialistischer Machtpolitik, ein Herrschaftsinstrument ersten Ranges. Viele Menschen erinnern sich gern an die komfortablen Cafés und Restaurants. Die Volkskammer hatte ihren Sitz im Palast und 1990 die einzige demokratisch gewählte Volksvertretung der DDR.

       
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August 2005

Von 1998 bis 2003 wird das bewegliche Inventar entfernt. Die Asbestsanierung verändert den Bau auch äußerlich stark. Im November 2003 beschließt der Deutsche Bundestag den Abriss des Palastes der Republik. Im Januar 2006 sollen die Arbeiten beginnen. 

       
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September 2005 

Geschätzte 800 Millionen DDR-Mark gab die Regierung für den Mehrzweckpalast aus. Dass die Finanzpolitik der Honecker-Regierung die Wirtschaft der DDR kollabieren ließ, daran hatte der Bau des Palastes seinen Anteil. Im Dezember 2005 vergibt die Bundesregierung den Auftrag zum Abriss des Palastes. 6,4 Millionen Euro soll er kosten. Im September 2006 wird bekannt, dass weitere 9,6 Millionen Euro notwendig sind.

       
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20. April 2006 

Selektiver Rückbau heißt der Abriss des Palastes der Republik offiziell. Das heißt wörtlich genommen, dass nur ein Teil des Gebäudes abgetragen wird. Dass das nicht stimmt, sehen alle Menschen, die sich die Rückbaustelle ansehen.

       
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20. April 2006 

Hinter dem gut durchschaubaren Bauzaun liegen die Schutthaufen, nein, die wohlsortierten Haufen. Der Rückbau ist umweltverträglich organisiert. Schutt und Metall und andere Materialien werden von Hand sortiert gelagert.

       
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Mai 2006 

Die Palastschaustelle: Große Tafeln mit Bildern und Texten dokumentieren die Geschichte des Platzes, an dem einst das Schloss stand, noch der Palast steht und - wann ? - das Humboldt-Forum stehen wird. Ein Schloss wird es nicht wieder geben.

       
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Mai 2006 

In der Sonne leuchtet die Palastruine und zieht viele Schaulustige an. Gegenüber, auf dem Platz vor dem früheren Staatsratsgebäude, halten die Touristenbusse, manche sehr lange. So, wie der Palast jetzt aussieht, mag ihn niemand mehr.

       
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September 2006 

Der Rückbau kommt gut voran. Die Mitte des Palastes lässt schon den Fernsehturm und - je nach Standort des Betrachters - die Marienkirche durch die Ruine durchblicken.
Dass der Palast der Republik kein so modernes Gebäude war, wie viele Menschen meinen, ist bei Anke Kuhrmann nachzulesen. Die Autorin stellt fest, dass er ideengeschichtlich an ein sowjetisches Vorbild anknüpft: Die Planung zum Palast des Obersten Sowjet in Moskau, die 1931 mit einem ersten Wettbewerb begann.

       
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Januar 2007 

180 Meter ist der Palast der Republik lang und 86 Meter breit, noch. Von den einst 32 Metern Höhe hat er einige schon eingebüßt. Die ehemals 625 000 Quadratmeter Grundfläche sieht ihm niemand mehr an. 

       
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März 2007

Freigeschossen: Der Durchbruch ist geschafft! Jetzt freuen sich die Schlossbauer und werden weitere Meister- und Gesellenarbeiten für die Kopien der 150 erhaltenen Originalteile des Berliner Schlosses vergeben.

       
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August 2007

Das Foyer ist abgebaut. Zwei getrennte Bauteile des Palastes der Republik stehen noch. Es werden mehr als 78 000 Tonnen Abrissmen-gen anfallen, die wiederverwertet oder sachgerecht und umweltscho-nend entsorgt werden, schreibt die Senatsverwaltung für Stadtentwick-lung.

       
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August 2007

19 300 t Eisen und Stahl, 56 600 t Betonabbruch 600 t Ziegel und Holz,
500 t Glas, 1 000 t Bitumengemische, Kunststoff und Dämmmaterial und 200 t besonders überwachungs-bedürftige Stoffe werden über Last-kähne auf der Spree abtransportiert. 

       
  Apri 2008 - Richtung Westen, Friedrichswerderscher Kirche   

August 2008

Im Sommer 2007 sollte der selektive Rückbau abgeschlossen sein. Er verzögert sich weit über das Jahresende 2008 hinaus. Schon lange fasziniert der Anblick niemanden mehr. Ob mal jemand darüber nachdenkt, dass diese Ruine mitten in der Stadt steht?

       
       
     

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 - © gerhild komander
8/07 - 10/07 - 11/08-