www.berliner-lindenblatt.de - Die Zeitung für Berliner Geschichte: Berlin-Bücher, Berlin-Chronik, Berlin-Themen, Berlin-Veranstaltungen
Startseite arrow Kaffeehaus Berlin arrow Marathon
Aktuelle Themen
Samstag, 4. Februar 2012
Startseite
Stadtführungen Berlin
Suche
Berliner Geschichte
Architektur
Berliner Straßen
Bildung
Biographien
Geschichte
Künste
Literatur
Sozialwesen
Spaziergänge
Stadtteile
Technik & Verkehr
Wirtschaft
Berlin im Überblick
Adressen / Links
Chronik Berlin
Retrospektive
Berliner Bürgermeister
Lindenblätter
Pin-up-Galerie
Kaffeehaus Berlin
Fundstücke
Berlin im Museum
Berlin erzählt
Berlin-Bücher
Bücherblatt 2008
Bücherblatt 2007
Bücherblatt 2006
Von gestern
Unverzichtbar
Register AutorInnen
Register Themen
Service
Übersicht
Themenübersicht
Presse
Impressum




| Nr. 20, April 2008 |

Tutto bene!

Berliner Marathon am Reinhard’s


Von HENNY BEHM


Italienerinnen tragen immer elegante Schuhe, Frauen über dreißig sieht man nicht in „Sportschuhen“. Daran sind sie – in Gruppen unterwegs – garantiert zu erkennen. Selbst heute, wenn tausende laufbegeisterte Menschen aus ganz Europa Berlin bevölkern. Das Haar wohlfrisiert, die Kleidung sportlich-elegant, die Schminke zurückhaltend (!). Bei den Herren ist diese nationale Zuordnung schwieriger. Vom Trainingsanzug (Die Herren sind mitgelaufen) über Wollpullover bis zum Maßanzug ist alles drin.

Eine Menschengruppe in überwiegend zurückhaltend eleganter Kleidung (Achten Sie auf die Schuhe!), von denen jede zweite Person ein Telefonino (ein kleines Telefon, in Deutschland sagen sie Handy) benutzt, stammt mit Sicherheit aus Italien.

Die Gruppe im Reinhard’s ist für den Halbmarathon angereist. Zwei Endsechziger haben teilgenommen. Sie reichen ihre Startnummern und Teilnehmerurkunden herum. Zehn Erwachsene und ein Junge freuen sich über den gelungenen Lauf. Jetzt ist eine Belohnung fällig. Das Nikolaiviertel lockt mit seinen Gaststätten.

Der Kellner schiebt mit Schwung Tische und Stühle an der langen Eckbank zusammen. Alle finden Platz, kein Problem. Mühelos klappt die Verständigung. Ein Gang zum WC, eine Runde Telefonieren (Pronto? Pronto? Tutto bene!), einige Schritte durch den Gastraum: langsam kommen sie zur Ruhe, probieren die Sitzplätze aus. Nein, an dieser Ecke sitzt es sich nicht so gut. Vielleicht tauschen wir die Plätze?

„Sprechen Sie deutsch?“, sagt lachend eine Dame. Sie sagt den Satz, fragt nicht. „Mein Italienisch ist fürchterlich,“ erwidert der Kellner freundlich. Englisch muß her. Unter Lachen und Freundlichkeit mischt sich Unmut. Der Geschäftsführer erscheint. Drei Köpfe stecken tief in der Speisekarte. „... ist ein deutsches Gericht. Das ist ein deutsches Gericht. Dieses hier auch ...“. Der Kellner fährt mit dem Zeigefinger die Seite herunter. „Das ist internationale Küche.“  Das Gesicht des Herrn hellt sich auf. Deutsche Küche ist gewünscht. Damen und Herren bestellen Bier, vom Fass. Gegessen wird Salat.

Zurück zum Seitenanfang

Zurück zum Überblick Kaffeehaus Berlin

- © henny behm 4/08 -

 

 
< zurück   weiter >